Zwei Jahre Vorbereitung für zwei Tage Jubiläum

Am 23. Mai 2025 entstand eine neue WhatsApp-Gruppe. Ihr Name: „10 Jahre Wir in Ihmert 2026“.

Die erste Nachricht war unspektakulär. Ob man sich Anfang Juni einmal zusammensetzen könne, um über das Jubiläum im kommenden Jahr zu sprechen.

Alex, Jochem, Antje und Stefan sagten zu. Wenige Tage später traf sich die kleine Runde im Bürgertreff. Einen Tag danach entstand bereits ein erstes Grobkonzept.

Damit begann die Vorbereitung auf das zehnjährige Bestehen von „Wir in Ihmert e.V.“.

Damals konnte noch niemand ahnen, wie viele Entscheidungen, Gespräche und Ideen aus diesem ersten Treffen entstehen würden. Denn schnell wurde klar: Das Jubiläum sollte mehr werden als eine Vereinsfeier. Es sollte ein Wochenende werden, das möglichst viele Menschen anspricht – Familien ebenso wie langjährige Wegbegleiter des Vereins, Mitglieder ebenso wie Gäste aus dem gesamten Stadtgebiet.

Schon früh entstand deshalb die Idee, das Jubiläum auf zwei ganz unterschiedliche Tage aufzuteilen. Ein feierlicher Festakt am Freitagabend, der Raum für Begegnungen und Gespräche bietet. Am Samstag dann ein lebendiges Familienfest, eine große Kaffeetafel mit Kabarett und schließlich eine ausgelassene Jubiläumsparty.

Die Grundidee stand überraschend schnell.

Der Weg dorthin allerdings war deutlich länger.

Aus vielen Ideen wird ein Gesamtkonzept

Jede Veranstaltung beginnt mit einer leeren Seite Papier.

Wie soll das Fest aussehen? Welche Programmpunkte passen zu unserem Dorf? Welche Künstler sprechen unterschiedliche Generationen an? Wie kann ein Familienfest aussehen, das nicht nur beschäftigt, sondern begeistert? Welche Atmosphäre wünschen wir uns am Abend?

Mit jeder beantworteten Frage entstanden neue.

Manche Ideen waren sofort überzeugend. Andere verschwanden nach kurzer Zeit wieder in der Schublade. Wieder andere entwickelten sich erst nach vielen Gesprächen zu dem, was sie heute sind.

Genau das macht ehrenamtliche Planung aus.

Es gibt keinen fertigen Bauplan. Vielmehr entsteht Schritt für Schritt ein Gesamtbild. Oft merkt man erst Monate später, warum sich eine Entscheidung gelohnt hat oder warum es richtig war, eine andere Idee wieder zu verwerfen.

Im Laufe der Zeit wurde aus einer langen Liste einzelner Programmpunkte langsam ein stimmiges Gesamtkonzept.

Menschen statt Programmpunkte

Dabei ging es erstaunlich selten nur um Künstler oder Attraktionen.

Viel wichtiger war die Frage, welche Menschen sich einbringen möchten.

So entstanden nach und nach kleine Teams, die einzelne Bereiche eigenständig übernahmen. Für das Kaffee-Kuchen-Kabarett fand sich beispielsweise eine engagierte Gruppe, die sich nicht nur um den Ablauf, sondern auch um Dekoration, Buffet und viele organisatorische Details kümmert.

Innerhalb kurzer Zeit wurden zwanzig selbstgebackene Torten organisiert, das Buffet geplant und unzählige Kleinigkeiten abgestimmt.

Genau solche Momente zeigen, wie Ehrenamt funktioniert.

Jemand bringt eine Idee mit. Andere greifen sie auf. Wieder jemand kennt die passende Lösung. Und plötzlich entwickelt sich etwas, das einer alleine niemals hätte organisieren können.

Diese Erfahrung zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Vorbereitung.

Ein Familienfest für das ganze Dorf

Besonders spannend entwickelte sich das Familienfest.

Anfangs standen lediglich einige Programmpunkte auf einer Liste.

Doch je mehr Gespräche geführt wurden, desto größer wurde die Idee.

Gemeinsam mit dem Förderverein des Kindergartens entstand das Konzept einer Jubiläums-Olympiade. Kinder sollen verschiedene Stationen besuchen, Stempel sammeln und dabei ganz unterschiedliche Vereine kennenlernen.

Genau daraus entwickelte sich etwas, das ursprünglich gar nicht geplant war.

Plötzlich brachten immer mehr Vereine eigene Ideen ein. Fußball, Turnsport, Kirche, Fördervereine und viele weitere Gruppen wollten nicht einfach Besucher sein, sondern selbst Teil des Jubiläums werden.

Jeder brachte seine eigenen Stärken mit.

Die einen kümmern sich um Bewegung, andere um Kreatives, wieder andere um Musik oder Mitmachaktionen.

Aus einem Familienfest des Bürgervereins wurde so nach und nach ein Familienfest des ganzen Dorfes.

Genau das war von Anfang an die eigentliche Idee.

Viele kleine Entscheidungen

Natürlich besteht eine Veranstaltung nicht nur aus den großen Programmpunkten.

Irgendwann geht es um Bühnenstandorte, Stromanschlüsse, Sitzplätze und Beleuchtung.

Es werden Banner entworfen, Flyer gestaltet und Plakate verteilt. Der Innenhof wird vermessen, Stellpläne entstehen und Materiallisten werden immer länger.

Man diskutiert über Dinge, über die man als Besucher wahrscheinlich niemals nachdenken würde.

Wie viele Tortenheber werden benötigt?

Wo werden zusätzliche Stühle gelagert?

Reichen die Sektgläser?

Wie beleuchtet man einen historischen Innenhof so, dass eine gemütliche Atmosphäre entsteht?

Gerade diese vielen kleinen Fragen kosten oft die meiste Zeit.

Sie sind später kaum sichtbar – entscheiden aber häufig darüber, ob eine Veranstaltung reibungslos funktioniert.

Werbung ist mehr als ein Plakat

Auch die Werbung entstand nicht nebenbei.

Relativ früh war klar, dass einzelne Plakate nicht ausreichen würden. Stattdessen entstand Schritt für Schritt ein einheitliches Erscheinungsbild.

Banner, Laternenplakate, Flyer, Social Media und die Jubiläumswebsite greifen bewusst ineinander.

Die Idee dahinter ist einfach.

Menschen sollen dem Jubiläum immer wieder begegnen.

Vielleicht zunächst auf einem Banner am Ortseingang. Einige Tage später auf einem Plakat. Danach in den sozialen Medien oder in der Zeitung.

Jeder einzelne Kontakt macht neugierig.

Erst das Zusammenspiel aller Bausteine sorgt dafür, dass aus einer Veranstaltung langsam ein Ereignis wird, auf das sich viele Menschen freuen.

Die heiße Phase

Je näher das Jubiläum rückt, desto sichtbarer werden die Vorbereitungen.

Material wird bestellt und sortiert.

Banner werden aufgehängt.

Der Innenhof erhält seinen endgültigen Stellplan.

Für den historischen Kuhstall entsteht eine kleine Galerie. Die Beleuchtung wird ausprobiert. Helferpläne werden geschrieben. Arbeitsgruppen treffen sich inzwischen nicht mehr monatlich, sondern teilweise wöchentlich.

Und trotzdem gibt es immer noch neue Ideen.

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten.

Manchmal entwickeln sie sich zu echten Höhepunkten.

Genau diese Mischung macht die letzten Wochen vor einer großen Veranstaltung so besonders.

Wenn alles selbstverständlich wirkt

Am 4. und 5. September werden die Besucher all das vermutlich gar nicht wahrnehmen.

Sie werden einen schön beleuchteten Hof sehen.

Kinder werden spielen.

Im Kuhstall wird gelacht.

Auf der Bühne wird musiziert, gezaubert und später gefeiert.

Der Kaffee wird bereitstehen, die Torten werden angeschnitten und am Abend sorgt Live-Musik für Stimmung.

Genau so soll es sein.

Denn das größte Kompliment für jede Veranstaltung ist, wenn alles selbstverständlich wirkt.

Wenn niemand darüber nachdenkt, wie viele Stunden Vorbereitung, wie viele Gespräche und wie viele ehrenamtliche Helfer nötig waren, damit aus einer Idee zwei besondere Tage werden konnten.

Vor etwas mehr als einem Jahr begann alles mit einer kleinen WhatsApp-Gruppe und einem ersten Treffen im Bürgertreff.

Heute ist daraus ein Jubiläumswochenende entstanden, auf das sich viele Menschen freuen.

Und ganz unabhängig davon, wie viele Besucher am Ende kommen oder wie das Wetter wird, steht eines schon jetzt fest:

Der Weg bis hierher hat gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam an einer Idee arbeiten.

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